Guten Morgen MohMoh,
ich verstehe nicht warum Du hierzu erneut einen Thread eröffnen musst. Das ist sehr verwirrend.
Meinst Du dass Du in diesem andere Antworten bekommen wirst wie in dem "Hundefehlkauf meiner Eltern-Thread ?"
Wäre es nicht besser dort weiter zu diskutieren ?
Was mich interessieren würde ist, wie Deine Eltern zu Deinem Wunsch nach einem Zweithund stehen.
Und wie Du Dir persönlich Deinen Werdegang der nächsten, sagen wir mal 5-6 Jahre vorstellst. Möchtest Du studieren, eine Ausbildung machen ?
Ich kann mich schon ein bisschen in Deinen Wunsch hinein versetzen. Mit Eurem damaligen großen Hund verbindest Du viele positive Erfahrungen. Sicher hast Du damals schon vereizelt Aufgaben im Umgang mit ihm übernommen, jedoch lag die Hauptverantwortung letztendlich bei Deinen Eltern.
Du erinnerst Dich an die vielen schönen Momente mit dem Großen. Und vielleicht vergleichst Du das ja, unbewußt, mit dem Gefühl wie es jetzt mit der kleinen Terrierdame ist ?
Ich kenne das ein bisschen von mir. Als ich sehr jung war hatten wir auch eine Hündin, besser gesagt meine Tante, aber ich war tagtäglich mit ihr zusammen und habe all die tollen Augenblicke mit ihr erleben dürfen die ein Kind bestenfalls mit einem Hundekumpel erleben darf. Dieses Gefühl, die Erinnerung daran hab ich bis heute noch in mir, und gedanklich hebe ich sie oftmals weit hoch in den Himmel. SIE war der perfekte Traumhund für mich .
Das ist glaube ich ganz normal dass man diese teils kindlichen Empfindungen in sich behält. Nur sollte man sie nicht als Messlatte für das Kommende nehmen .
Klar, wir hatten eine wundervolle Zeit. Waren DAS Dreamteam, in MEINEN guten und schlechten Zeiten.
ABER, und jetzt kommt das wesentliche, in IHREN schwierigeren Zeiten war ich eben nicht alleine verantwortlich für sie. Ich war zwar immer da wenn sie mich brauchte dennoch lag die Verantwortung doch bei meiner Tante. Ich nahm nur unterstützend daran teil .
Und wenn wir heute abends gemeinsam auf der Couch sitzen (die Tante und ich ) und über die schöne alte Zeit mit der dicken reden, dann kann ich oft gar nicht glauben dass sie angeblich so gar nicht der perfekte Hund gewesen sein soll, wie ich es empfand. Damit meine ich dass auch sie erzogen werden musste, krank wurde, sich quer stellte und viel Zeit und Geduld brauchte. Das passt in mein kindlich festgehaltenes Bild vom Traumhund natürlich so gar nicht hinein . Und ich wehre mich dann auch spaßeshalber immer äußerst empört über solche Aussagen .
Trotz allem weiß ich dass das so gewesen ist. Dass ich viel der eigentlichen Verantwortung, die man für einen Hund, egal welcher Rasse übernimmt, gar nicht gesehen oder getragen habe. Wie auch . Als Kind sieht man mit anderen Augen .
Und den Gedanken habe ich auch ein wenig bei Dir. Es klang in Deinem anderen Thread wirklich so wie als wäre genau diese Rasse, mit der Du in Deiner Kindheit so tolle Erfahrungen gemacht hast, Dein Optimum.
Aber jetzt überlege mal, angenommen Du holst Dir nun einen Berner Sennenhund. Zum einen ist Dein Jacky ja immer noch da, ebenso die Schwierigkeiten die Du mit ihm, bindungsbedingt, zu haben scheinst. Die Verantwortung für ihn wirst Du durch einen Zweithund nicht verlieren, im Gegenteil, dadurch vervielfacht sie sich .
Und es gibt keine Garantie dass sich zwei im gleichen Haushalt lebende Hunde super verstehen .
Und nun überleg Dir mal bitte der neue Hund wäre eben nicht so ein Hund wie der, den ihr früher hattet. Sondern er käme zu Euch mit Eigenheiten, die Du so nicht kennst . Die Euren gemeinsamen Alltag zu dritt zusätzlich erschweren. Und bleibend sind eben auch die Schwierigkeiten im Umgang mit dem kleinen Terrier.
Da Du ja sicher noch zur Schule gehst und dort auch einen ganzen Batzen an Verantwortung zu tragen hast (korrigiere mich wenn ich falsch liege, ich meine mich zu erinnern dass Du 16 bist ), kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen dass Du das auf die Dauer alleine tragen könntest.
Du scheinst ja bei dem kleinen Hund schon kaum Unterstützung seitens Deiner Eltern zu bekommen. Meinst Du denn das würde sich mit einem Berner Sennenhund im Haus ändern ? Würde sich etwas in deren Umgang mit dem Terrier ändern ? Würde er dadurch mehr Aufmerksamkeit von Deinen Eltern bekommen ?
Und ich bin mir ziemlich sicher dass er genau diese braucht .
Klar, er ist vielleicht einige Etagen tiefer geraten wie der große Hund von damals.
Aber ich bin der Meinung wenn man dem Kleinen eine ehrliche Chance geben würde wäre er sicher irgendwann einmal der "Größte" .
LG
ZwanzigAugen