Ich habe diese Sendung nicht gesehen (zum Glück wohl, denn sowas bringt mich auch schnell auf die Palme), aber auch wenn es wohl falsch war, was diese Frau dort gemacht hat, gefällt mir die Vehemenz nicht, mit der Meinungen hier vertreten werden, ohne das sachlich differenziert wird.
Deswegen mal kurz etwas zu den drei Streitpunkten:
Alphawurf/auf den Rücken drehen:
Richtig, Hunde werfen einander gewaltsam auf den Rücken, wenn sie in einem Ernstkampf die Absicht haben den anderen zu töten. Deswegen ist der Alphawurf als Erziehungsstrafe ungeeignet, denn wir möchten nicht, dass unser Hund fälschlicherweise den Eindruck bekommt, wir wollten ihn töten (Hunde wissen allerdings genau, dass Menschen keine Hunde sind, insofern ist es immer fraglich wie es bei ihnen ankommt, wenn Mensch versucht sich wie ein Hund zu verhalten).
Dennoch ist es nicht jedes Mal gleich ein Vertraunesbruch, wenn man den Hund "umdreht", es kommt dabei auch auf die Situation an. Wer seinen Hund im Spiel auf die Seite umschubst, wird den Hund damit sicher nicht traumatisieren
Das Auf-den-Rücken-drehen eines anderen Hundes mit anschließendem Kehlbiss zur Tötung üben übrigens schon Welpen im Spiel, sie spielen die Situation durch, falls es später mal zu einem Ernstfall kommt, im Spiel verwendet sollte der Alphawurf also eigentlich keinem Hund Angst machen.
Hier in dem Video sieht man ganz gut, wie zwei Welpen im Spiel einen Ernstkampf inklusive auf-den-Rücken-drehen proben:
http://www.youtube.com/watch?v=IEdLJB9eYZM
Zum Thema Unterwerfung allgemein hatten wir auch schon mal einen recht ausführlichen Thread (mit noch mehr Videos), wer etwas Zeit hat, kann ja mal reingucken:
https://www.tierforum.de/t70096-kommentkampf-und-unterwerfung.html
Nackenschütteln:
Ich habe noch nie gesehen, dass Hunde sich gegenseitig mit Nackenschütteln maßregeln. Hunde schütteln kleinere Beutetiere am Nacken um sie totzuschleudern. Untereinander spielen Hunde dieses Totschleudern allerdings auch nach und traumatisieren sich dabei nicht gegenseitig

Auch hier weiß man wieder nicht, wie es beim Hund ankommt, wenn man es als Strafreiz einsetzen will, sicherlich ist es situationsabhängig. Bloßes in den Nacken greifen könnte dem Hund auch herzlich egal sein, aber wenn man richtig zupackt und schüttelt verursacht man dem Hund wahrscheinlich Schmerzen (und Schmerzen sollten nun wirklich nicht zur Erziehung eingesetzt werden, da sind wir uns ja einig), demnach halte ich auch den Nackengriff für mehrheitlich nicht wirklich erziehungstauglich.
Schnauzgriff:
Hierbei muss ich ganz ehrlich sagen, dass ich die ganze Aufregung im Thread nicht verstehe. Wenn man nun nicht gerade rohe Gewalt anwendet dürfte der Schnauzgriff für den Hund weder angstauslösend, noch schmerzhaft sein. Ich denke nicht, dass man einen Hund durch einen Schnauzgriff traumatisieren kann und muss ehrlich sagen, ich habe hier in diesem Thread auch kein wirkliches Argument dafür gelesen, warum er grundsätzlich nicht angewendet werden darf, nein, hier gab es bisher doch mehrheitlich unreflektierte Ablehnung.
Ich sage nicht, dass der Schnauzgriff in grundsätzlich ein geeignetes Erziehungsmittel ist, aber als in jedem Fall ungeeignete Gewaltanwendung (quasi Tierquälerei wie ich hier zwischen den Zeilen zu lesen glaube) würde ich ihn nun auch wieder nicht bezeichnen.
..oje, länger geworden als geplant, verzeiht, wenn es jetzt schon etwas vom aktuell hier diskutierten Fernsehprogramm abweicht.
...ich finde es übrigens gut, wenn der Sender Mails für solche Inhalte bekommt
