Hallo, ich bin in der gleichen Lage wir ihr. Wir haben uns einen 10 Wochen alten Berner Sennenhund vom Züchter gekauft.Vom ersten Tag an war er eifersüchtig auf unsere 2,5 Jahre alter Mini Pinscher Hündin. Er hat sie weggeschubst, oder auch gebissen, wenn sie zu einem von uns kam. Dann zeigte er schon dominantes Verhalten. Das ganze Verhalten verstärkte sich im Laufe der Zeit, er fing dann an zu beißen, und mich anzuknurren, wenn er den Befahl "Aus" bekam, oder ein "Nein". Kommandos führt er nicht, oder nach der 4. Aufforderung aus. Er kann sehr viele Kommandos, er versteht sie auch. Nur will er nicht. Wenn er nicht seinen Willen bekommt, wird er sauer, dann zwackt er in die Hände und versucht mit den Vorderpfoten aufzusteigen. Gelingt ihm das nicht, knurrt er mit gefletschten Zähnen. Hat er dann die Möglichkeit, greift er die kleine Hündin Motte an. Will sie nicht spielen, und versteckt sich vor ihm, (sie hat Angst), versucht er sie an der Kehle aus dem Versteck zu ziehen. Manchmal läßt er mich nicht aus einem Raum raus, und knurrt.
Joey ist jetzt 7 Monate alt. Wenn er arg ausrastet, kommt er in den Zwinger, damit Motte und ich sicher sind. Hundetrainer waren da, eine Tierpsychologe hat einen Bericht über ihn geschrieben, der Tierarzt hat ihn untersucht. Er wurde mit 6 Monaten kastriert. Das Ergebnis: der Hund ist von Charakter so. Das kann, laut Tierärzten und Verhaltensforschern genetisch bedingt sein. Das heißt, nicht immer ist der Halter schuld. In der Schweiz zum Beispiel sind die Beißverletzungen unter anderem von Berner Sennenhunden überdurchschnittlich hoch. Die Gefährlichkeit eines Hundes definiert sich so: "Ein Hund ist in einer bestimmten Umgebung als gefährlich zu bezeichnen, wenn er durch sein Verhalten die körperliche Versehrtheit oder die Bewegungsfreiheit anderer Lebewesen beeinträchtigt, oder zu beeinträchtigen droht." Es existieren bestimmte Zuchtlinien innerhalb verschiedener Rassen, die sich durch unangemessenes Agressionsverhalten bzw. eine niedrige Reizschwelle für Agressionsverhalten auszeichnen. Dazu gehören Bullterier, Schäferhunde, Cocker einer bestimmten Farbgebung und eben der Berner Sennenhund.
Man könnte im Prinzip feststellen, ob es genetisch bedingt ist, aber dass soll extrem aufwendig sein. Unser Joey ist beschrieben worden, als dominant, dabei aber unsicher und ängstlich, niedrige Frustrations- und Toleranzschwelle.
Bei rein dominanten Hunden liegt ein Erziehungsproblem vor. Bei dominanten Hunden, die aber unsicher und ängstlich sind, kann man von einem genetisch bedingten Verhalten reden.
Wie sieht es denn nun bei euch aus?
Bei uns steht das Thema Abgabe im Raum. Mein Mann hängt sehr an ihm, aber er wird auf die Dauer zu gefährlich. Wir wissen es echt noch nicht.
Ich möchte gerne noch loswerden, dass nicht immer "nur" der Mensch Schuld ist. Man sollte Halter auch nicht gleich verurteilen, wenn sie zu jedem noch so kleinen Strohalm greifen, auch wenn es nicht immer der Richtige ist.
Ich finde auch nicht jede Erziehungsmethode toll, aber manchmal ist man so verzweifelt, dass man jeden Rat oder Tipp annimmt, den man bekommt.
Ich kenne das Gefühl so Hilf- und Machtlos zu sein. Ein Hund zu haben, der den Diktator spielt. Auch dieser Begriff gehört zum Thema Hund, denn manche haben ein diktatorisches Verhalten. Von anderen Menschen läßt man sich so etwas ja auch nicht gefallen. Von einem Hund schon???? Nein!!!