- 7 Monate alter Berner Sennenhund macht Probleme Beitrag #81
*Mischling*
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Ich kann mich Suno, Infano und Engelchen nur in vollem Umfang anschließen, möchte aber noch ein paar Sachen zu deinem Ausgangspost sagen:
Euer Hund ist jetzt 7 Monate alt und mitten in der Pubertät, eventuell von vorne herein schon etwas »charakterstärker« als andere, aber wie Suno schon schrieb ist es eher unwahrscheinlich, dass ihm eine gewisse Aggressivität angezüchtet wurde. Sicher ist nicht immer »nur« der Halter schuld, man macht es sich aber auch denkbar einfach, es auf die Genetik zu schieben. Wie oft habe ich gehört, einen Herdenschutzhund könne man vermutlich nie frei laufen lassen und nicht im Haus halten – das hat mein Hund wohl nicht gehört, denn bei ihm treffen weder noch zu.
Das Beißen in diesem Alter ist übrigens keine Aggression, es ist fehlende Beißhemmung. Ein 10 Wochen alter Hund weiß noch nicht, wann und wie fest er zulangen darf, ich würde wagen zu behaupten, dass der Großteil aller Welpenbesitzer in diesem Alter ihres Hundes öfter mal Bissspuren an Händen und Armen hatte – mich eingeschlossen. Nichts desto trotz ist mein Hund weder eine Gefahr für mich noch für andere, er hat gelernt, mit seinen Hauern aufzupassen. Das muss aber natürlich trainiert werden.
Wie beschäftigst du dich überhaupt mit dem Hund? Wie wird er denn geistig und körperlich gefordert, wie wurde er bei euch sozialisiert?
Der Hund klingt deiner Beschreibung nach aufgedreht und unterfordert, zusätzlich fehlen ihm eben auch Grenzen.
Außerdem machst du den Eindruck, als hättest du Angst vor dem Hund. Das macht euer Verhältnis kein Stück besser, denn der Hund spürt das und vermutlich lässt du es ihn unterbewusst auch in Form deiner Behandlung ihm gegenüber spüren.
Ich sage das selten, aber wenn ich das so lese seid ihr einfach nur überfordert und der Gedanke, den Hund abzugeben, finde ich mehr als angemessen.
Ein 10 Wochen alter Hund ist meiner Meinung nach niemals dominant. Er erprobt alle Verhaltensweisen spielerisch, manche legt er mit der Zeit ab, weil sie vom Halter oder anderen Hunden nicht toleriert werden, andere behält er bei, weil sie Erfolg bringen (das kann von Unterwürfigkeit und Spielaufforderung bis hin zum alt bekannten »Betteln« alles sein). Sicher gibt es Welpen, die etwas mehr »Charakter« an den Tag legen als andere, aber dann frage ich mich 1. wieso ihr den Hund ausgesucht habt, wenn er von Anfang an ein so forderndes Tier war, und 2. wieso ihr nicht gleich – wohl gemerkt freundlich und ebenfalls spielerisch – mit ihm an diesen Dingen gearbeitet habt.Vom ersten Tag an war er eifersüchtig auf unsere 2,5 Jahre alter Mini Pinscher Hündin. Er hat sie weggeschubst, oder auch gebissen, wenn sie zu einem von uns kam. Dann zeigte er schon dominantes Verhalten.
Was meinst du denn damit? Mir ist der Begriff in Zusammenhang mit Hunden nicht geläufig und ich würde ihn in Erinnerung an Adolf auch niemals benutzen.Auch dieser Begriff gehört zum Thema Hund, denn manche haben ein diktatorisches Verhalten.
Euer Hund ist jetzt 7 Monate alt und mitten in der Pubertät, eventuell von vorne herein schon etwas »charakterstärker« als andere, aber wie Suno schon schrieb ist es eher unwahrscheinlich, dass ihm eine gewisse Aggressivität angezüchtet wurde. Sicher ist nicht immer »nur« der Halter schuld, man macht es sich aber auch denkbar einfach, es auf die Genetik zu schieben. Wie oft habe ich gehört, einen Herdenschutzhund könne man vermutlich nie frei laufen lassen und nicht im Haus halten – das hat mein Hund wohl nicht gehört, denn bei ihm treffen weder noch zu.
Das Beißen in diesem Alter ist übrigens keine Aggression, es ist fehlende Beißhemmung. Ein 10 Wochen alter Hund weiß noch nicht, wann und wie fest er zulangen darf, ich würde wagen zu behaupten, dass der Großteil aller Welpenbesitzer in diesem Alter ihres Hundes öfter mal Bissspuren an Händen und Armen hatte – mich eingeschlossen. Nichts desto trotz ist mein Hund weder eine Gefahr für mich noch für andere, er hat gelernt, mit seinen Hauern aufzupassen. Das muss aber natürlich trainiert werden.
Woran machst du fest, ob der Hund ein Kommando kann, wenn er es nur sehr selten beim ersten Mal macht? Nur weil er es ein oder zwei Mal – vermutlich eher zufällig – ausgeführt hat, beherrscht er das Kommando noch lange nicht richtig, schon gar nicht unter Ablenkung. Der Hund ist noch jung, hat vermutlich noch Hummeln im Hintern, dass da natürlich alles andere interessanter ist als ein Kommando zu befolgen ist völlig natürlich.Das ganze Verhalten verstärkte sich im Laufe der Zeit, er fing dann an zu beißen, und mich anzuknurren, wenn er den Befahl "Aus" bekam, oder ein "Nein". Kommandos führt er nicht, oder nach der 4. Aufforderung aus. Er kann sehr viele Kommandos, er versteht sie auch. Nur will er nicht.
Das hat zum einen mit Frust zu tun, zum anderen aber auch mit einer Aufforderung. Knurren und Zwicken gehören zur hündischen Körpersprache, wenn der Hund zeigen will, dass er etwas möchte. Auch da muss er erst lernen, sich zu beherrschen und nicht einfach zu fordern und zu fordern, nichts desto trotz ist nicht jedes Knurren Aggression.Wenn er nicht seinen Willen bekommt, wird er sauer, dann zwackt er in die Hände und versucht mit den Vorderpfoten aufzusteigen. Gelingt ihm das nicht, knurrt er mit gefletschten Zähnen.
Wie äußert sich das denn? Kann natürlich sein, dass er dir wirklich den Weg versperren will, kann aber auch sein, dass er merkt, dass du gerade aufstehst und aktiv wirst und Aufmerksamkeit einfordern will.Manchmal läßt er mich nicht aus einem Raum raus, und knurrt.
Wie kommen die beiden denn prinzipiell miteinander klar und hat deine Hündin mal in irgendeiner Weise ihre Position klar gestellt? Wie regelst du das denn mit beiden? Sicherlich ist es immer schwieriger, wenn man zwei Hunde hat, besonders wenn diese nicht miteinander klar zu kommen scheinen. Das liest sich, als hätte deine Hündin keine Lust auf das aufgedrehte Ding, er würde aber gerne was mit ihr machen. Da sie sich alles gefallen lässt wird er entsprechend massiv, da musst du aber eingreifen und der Hündin den Rücken stärken. Wenn sie sich allerdings nicht selbst gegen ihn durchsetzen kann wird es früher oder später Probleme geben.Hat er dann die Möglichkeit, greift er die kleine Hündin Motte an. Will sie nicht spielen, und versteckt sich vor ihm, (sie hat Angst), versucht er sie an der Kehle aus dem Versteck zu ziehen.
Und was hätte die Kastration bringen sollen? Ihr habt den Hund mitten in der Pubertät frühkastrieren lassen, was allerhöchstens zu einer Entwicklungsstörung (geistig wie körperlich) führt, aber euer Problem sicher nicht lösen wird. Wie hätte eine Kastration auch den Charakter des Hundes ändern sollen? Zumal ihr der notwendigen Erziehung damit keinesfalls aus dem Weg geht. Eine Kastration löst keine Erziehungsprobleme, lediglich hormonell bedingten Stress bei läufigen Hündinnen.Er wurde mit 6 Monaten kastriert. Das Ergebnis: der Hund ist von Charakter so.
Und warum sollte Unsicherheit genetisch bedingt sein, dominantes Verhalten aber nicht? Ein Hund kann durch vieles unsicher werden, allem vornedran schlechte Sozialisierung, mangelnde Führung und schlechte Erfahrungen.Bei dominanten Hunden, die aber unsicher und ängstlich sind, kann man von einem genetisch bedingten Verhalten reden.
Ich nehme an, dass dir klar ist, dass das euer Problem nicht löst, sondern eher verschlimmert? Der Hund dreht auf, weil er die Grenze nicht kennt, wird dann in den Zwinger gesetzt und dort alleine gelassen. Was soll sich da anderes aufbauen als Frust? So lernt der Hund auch nicht, was er falsch gemacht hat, er lernt nur, dass er weggesperrt wird, wenn er etwas tut, von dem er nicht einmal weiß, dass er es nicht tun soll. Zusätzlich gibst du damit deinem Ersthund einen »Vorteil«, der wiederum Frust bei deinem Berner aufbaut, der sich vermutlich gegen dich und deinen Ersthund entlädt. Wenn du eine Besserung willst, musst du mit dem Hund arbeiten und ihn nicht wegsperren, zumal er das in keinster Weise verstehen kann.Wenn er arg ausrastet, kommt er in den Zwinger, damit Motte und ich sicher sind.
Wie beschäftigst du dich überhaupt mit dem Hund? Wie wird er denn geistig und körperlich gefordert, wie wurde er bei euch sozialisiert?
Der Hund klingt deiner Beschreibung nach aufgedreht und unterfordert, zusätzlich fehlen ihm eben auch Grenzen.
Außerdem machst du den Eindruck, als hättest du Angst vor dem Hund. Das macht euer Verhältnis kein Stück besser, denn der Hund spürt das und vermutlich lässt du es ihn unterbewusst auch in Form deiner Behandlung ihm gegenüber spüren.
Ich sage das selten, aber wenn ich das so lese seid ihr einfach nur überfordert und der Gedanke, den Hund abzugeben, finde ich mehr als angemessen.