Hallo ihr Lieben!
Ich weiß gerade echt nicht, ob ich sauer, deprimiert, frustriert, resigniert oder einfach nur traurig bin.
Der Tag war die Hölle.
Nachdem Pak gestern ein Engel war, ist er heute ein Teufel gewesen.
Zuerst fing es schon damit an, dass Bylkja mich gegen den eigentlich heilen Oberschenkel trat, weil der Hund sie nervt und ich gerade seitlich von ihr stand.
Schmerz auf beiden Seiten.
Genial.
Schon beim losreiten ging es los: Steigen, herumreißen, nicht vorwärts gehen. Er wollte Patou auf die Feldwege, nicht ins Tal.
Nachdem alles Kopf rumholen, Gewicht auf ´Vorderhand, Treiben etc. sinnlos war, stieg ich ab, schickte ihn weit rückwärts, stieg auf einer anderen Wiese wieder auf.
Da schaffte ich es, ihn vorwärts zu treiben.
Ab dann ging er super!
Bis..
Wir mussten am Ende des neuen Weges einen gefühlten 80° Steigung-Berg hoch.
Ich empfahl entweder am Waldrand die Wiese hoch, oder den Halbkiesweg.
Dazwischen: Bebautes Feld mit Steinen.
Pak lief am langen Zügel.
Plötzlich, und das ist das einzige, was ich noch weiß, ist das Nils plötzlich „HALT!“ Schrie.
Er konnte sein Pferd nicht halten, als dieses freudig den Waldrand entlang losgaloppierte.
Da war Pak jedoch schon hinter Bylkja her, allerdings auf das Feld galoppiert.
Alles ging viel zu schnell, ich konnte nicht mehr reagieren.
Er galoppierte allerdings nicht, er sprang eher.
Springen – Aufkommen – Springen – Aufkommen.
Nur Flugphase, Aufprall.
Die Zügel waren schon durch den ersten Sprung nichtmehr griffbereit, meine Arme waren um den Hals geschlungen, sonst wäre ich bei den Sprüngen und der Steile des Berges hinten runter geflogen.
Starke Übelkeit durch mehrfaches aufschlagen des Bauches auf die Fork, Schambeinprellung ebenfalls durch diese als er zwischendrin den Arsch vergnügt hoch warf.
Keine Zügel, nur 1 Steigbügel, und Schmerzen.
Als er endlich dieses verdammte Feld verlies, zügelte ich ihn wieder, aber er war auf 180.
Er tanzte herum, wollte immer wieder los, es war ein Kraftakt ihn zu halten.
Als wir zurück ritten, wollte ich über ein Stück Feld noch einmal ganz ruhig galoppieren, um ihm den Wind aus den Segeln zu nehmen: Nichts da!
Er galoppierte seitwärts / diagonal quer über die Felder und entzog sich dem Gebiss, erschrack sich vor den Pfützen, durch die er galoppierte (Idiot) und sprang gestreckt über einen Graben.
Dann ließ er plötzlich das Gebiss wieder los und war handzahm.
Die gesamte Zeit, bis wir wieder daheim waren absolut lieb, ruhig, gelassen.
Auf unserem provisorischen Platz wollte ich noch ein paar Bedenkrunden drehen, auch alles weitestgehend gelassen.
Ich glaube mein Pferd ist Shizophren!
Wie kann es nur sein, dass er von der einen auf die andere Sekunde total abdreht und sich dann wieder beruhigt?
Ich hätte mir mit meinen Handicaps vllt. Keinen jungen Araber kaufen dürfen *seufzt*
Jetzt sind erstmal einige Tage Platzarbeit angesagt, und zwar richtig..
Ach Mann, an einigen Tagen denke ich "Was für ein Klasse Junge, er hat so viel gelernt!" und an anderen... Wer ist dieses Pferd?
Es kommt mir manchmal sogar so vor, als würden andere ihn einfach reiten. So arg kann ein Pferd garnicht reagieren.. einmal fein auf Schenkel reagieren, und dann auf Klopfen schon nicht mehr die Ohren spitzen :eusa_doh: