@Meli: Ich würde jetzt nichts überstürzen und erst einmal einen Schritt nach dem anderen machen.
Ihr habt den Verdacht einer Allergie – das muss erst einmal geklärt werden. Eine »halbe« Ausschlussdiät ist im Prinzip gar keine und auch wenn die Symptome nun mit Allergiefutter kurzfristig besser werden, muss das 1. nicht so bleiben und 2. wisst ihr dann immer noch nicht, wogegen der Hund genau allergisch ist. Besorg dir mal von Dr. Jutta Ziegler »Hunde würden länger leben, wenn...«. Da ist eine sehr interessante Geschichte eines Allergiehundes drin, der immer wieder auf neue Allergiefutter umgestellt wurde, weil sich immer neue Allergien gezeigt haben. Interessant ist vor allem, dass sie davon ausgeht (und die Meinung teile ich) dass die zwei größten Probleme solcher Futter folgende sind: 1. enthalten sie so viele Komponenten, dass sich keine genaue Aussage über die Verträglichkeit treffen lässt und der Hund auch schlicht überfordert wird, 2. muss der Organismus sich bei einer Allergie erst einmal ausruhen können, denn eine Allergie ist nichts anderes als eine Überforderung des Immunsystem bzw. eine Reaktion auf Stoffe, auf die nicht reagiert werden sollte. Nun hast du aber ein Futter mit wieder zig Komponenten und Zusatzstoffen (auf die ein Hund auch reagieren kann) und im Falle von Trockenfutter noch Futtermilben. Daher sollte in solchen Fällen zuerst eine richtig geleitete Ausschlussdiät und ggf. Magen-Darm-Sanierung gemacht werden. Zudem ist dein Hund noch recht jung, Allergietests z.B. werden erst ab einem Alter von etwa drei Jahren gemacht, weil sie zuvor noch weniger aussagekräftig sind als sie es von Natur aus sowieso schon sind.
Also erst einmal dem Organismus Ruhe gönnen und die Komponenten mittels Ausschlussdiät reduzieren. Das sollte mit tierärztlicher Begleitung geschehen, Dermatologen oder auch Ernährungsspezialisten für Hunde kennen sich damit aus. Im Prinzip fütterst du zunächst wie beschrieben nur ein Protein und ein Gemüse, dann wird langsam ergänzt, es wird Buch geführt und beim TA regelmäßig kontrolliert.
Wenn dann feststeht, wo das Problem lag, und die Beschwerden vollständig abgeklungen sind, würde ich mir Gedanken machen, wie es weitergehen soll. Wenn das Barf der Ausschlussdiät funktioniert kannst du da ansetzen und weitermachen, dann hast du auch schon einen Überblick, was da auf dich zukommt. Eine erneute Umstellung auf Fertigfutter müsste dann wieder erst getestet werden usw.. Allerdings würde ich in deinem Fall vorsichtig rangehen, weil dein Hund es zumindest erst einmal nicht zu vertragen scheint. Daher würde ich das Fleisch – und auch das Gemüse – zu Beginn erst einmal kochen und dann wenn es vertragen wird immer »roher« füttern. Es gibt aber keine Garantie, dass dein Hund es verträgt, auch Barf ist nicht für jeden Hund geeignet. Um die Chancen zu steigern würde ich wie gesagt zunächst Joghurt zugeben, um die Magen-Darm-Flora richtig zu stärken.
Sollte das soweit klappen und das alles geklärt sein und der Hund es vertragen, kommen wir zum Knackpunkt, was beim Barf beachtet werden muss. Die Bücher habe ich dir für den Einstieg ja schon genannt, aber so einfach, wie ice.age es hier darstellt, ist es auch wieder nicht. Einfach nur ein Beutetier bauen genügt nicht, ein bisschen Hintergrundwissen gehört schon dazu

. Der Grundstock ist mit Fleisch, Innereien, Knochen und Gemüse gelegt, aber auch z.B. Nüsse werden oft unterschätzt oder nicht gefüttert, ebenso Wechselwirkungen zwischen verschiedenen Komponenten (wenn Getreide gefüttert wird sollte es eingeweicht und nicht mit Fleisch zusammen gegeben werden, die Kalziumaufnahme wird von Vitamin D gesteuert, welches wiederum fettlöslich ist usw.). Hat der Hund einen Mangel oder Überschuss, hat er meist gleich mehrere, weil ein zu viel des einen die Aufnahme des anderen hemmen kann. Nicht umsonst stürzen sich viele Studien gegen das Barfen sowie Tierärzte auf die Nebenwirkungen, einfach weil das größte Problem Fütterungsfehler sind (
http://www.vetmeduni.ac.at/hochschulschriften/diplomarbeiten/AC10794119.pdf,
http://www.tierklinik-iffezheim.de/page34/styled-25/index.html,
http://www.futtermobil.com/Futtermobil_Servicebereich/barfen_-_vennebusch.htm).
Es ist durchaus möglich, seinen Hund mit Barf gut zu ernähren, aber man sollte es nicht auf die leichte Schulter nehmen und auch die Details nicht vergessen (z.B. nicht im Gefrierbeutel das Fleisch auftauen wegen Krankheitserregern, bei Geflügel das Kondenswasser abgießen, Knochen nicht länger als sechs Monate einfrieren usw.). Irgendwann kommt man da rein, aber auf jeden Fall solltest du dich vorher gründlich belesen, um deinem Hund nicht mehr zu schaden als zu helfen. Erst vor ein paar Wochen habe ich beim TA wieder von einem Hund gehört, der nach schweineteurem Profiplan gefüttert wurde, das Blutbild aber nur noch Spitzen in verschiedene Richtungen aufgewiesen hat – der Hund war komplett unter- oder überversorgt. Darum: Selber die Bücher besorgen, lesen und dir Gedanken machen, auch die verschiedenen Ansätze genau anschauen, dann kanns auch losgehen. Wir helfen dir hier auch sehr gerne, aber wie gesagt solltest du dich unbedingt auch selbst einlesen und auch nicht alles gleich nachmachen, nur weil es in einem Buch steht. Immer mit eigenem Verstand anschauen und auch mal die Gegenstudien lesen, es kann sehr hilfreich sein, aus den Fehlern anderer zu lernen, bevor man sie selbst macht

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