Hallo Leute ich melde mich mal wieder.
Ich möchte kein Mitleid erregen, nur ein paar Leser finden die mich verstehen können.
Als wäre es nicht das schlimmste, dass man mir meinen Hund und meine Katze genommen hat, nein, jetzt wurde mir auch noch meine Reitbeteiligung genommen :022:
Ich bin nur noch am weinen, so übertrieben es auch klingt. Aber dieses Pferd hat mir so einen Halt in meinem Leben gegeben, als ich diese schweren Schicksalsschläge erlitt, war er wie ein Psychologe für mich. War ich beim Pferd, war alles gut.
Es war meine langjährige Reitbeteiligung, ich habe mit ihm bei 0 angefangen und wir kamen erfolgreich bei 100 an.
Das Pferd was in der verdreckten Box immer mit dem Kopf zur Wand stand und niemanden an sich heran lies wurde zum lebensfrohen Freizeitpferd, was wieder Reiter auf seinen Rücken lies, mit dem man ins Gelände konnte ohne dass er stieg, er lies sich putzen und anfassen ohne zu treten, man konnte ihn führen ohne dass er am Strick riss, das Pferd hat so aufgebaut und war so glücklich mit seinen 24 Jahren.
Nachdem er sein Leben lang auf Turnieren durch den Parcours gejagt wurde und letzendlich in die Box abgestellt wurde da er eine chronische Sehnenkrankheit erlitt, sah er kaum noch Tageslicht. Er mutierte zu einem Härtefall und kein Mensch wollte sich darum kümmern.
Als ich angefangen habe mit ihm Bodenarbeit zu machen und mit ihm regelmäßig an der Hand ins Gelände ging, gewann er wieder an Vertrauen zum Menschen. Dieses Pferd erkannte man kaum wieder, er hat eine solche Muskelpracht bekommen, er sieht nicht mehr so eingefallen und ungepflegt aus wie damals.
Meinen ersten Sturz erlebte ich mit diesem Pferd, meine erste Springstunde, mein erstes mal longieren, mein erstes Pferd was fast mir gehörte. Wir kannten uns in und auswendig.
Jeden Tag war ich dort, ich war der Idiot der mit ihm jeden Abend im strömenden Regen draußen stand um sein verletztes Bein zu kühlen als er krank war, als er Kolik hatte habe ich ihn immer stundenlang geführt geführt geführt und gekühlt. Als er irgendwann dehydriert war weil die Tränke verstopft war, da ich ein paar Tage nicht kommen konnte und die Besi sich einen Mist dafür interessiert hat, war ich diejenige die jede Stunde mit der Spritze oder dem Schlauch vor einem schwachen Pferd stand und ihn zum Trinken zwang.
Was ist der Dank für das alles? Ich komme nach 2 Tagen in den Stall, an der Box wurde ein Sattelhalter montiert, über diesem hing eine nagelneue Schabracke, Putzkoffer und Besen standen an seiner Box.
Das End' vom Lied, ich durfte noch meine Sachen holen und gehen, denn man hat ihm einfach eine neue Reitbeteiligung zugeteilt und mich verabschiedet. Ohne Grund, einfach so.
Traurige Welt. Für mich war es nicht nur ein Pferd. Nun werde ich ihn nie wieder sehen und bin auf der Suche nach etwas neuem. Allerdings findet man hier in der Umgebung so schlecht etwas :|